Andreas Eschbach, geboren in Ulm, studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und wurde vor allem durch den Thriller "Das Jesus-Video" (1998) bekannt, der auch verfilmt wurde. Mit "Eine Billion Dollar", "Der Nobelpreis", "Ausgebrannt" und zuletzt "Ein König für Deutschland" steig Eschbach endgültig in die Riege der deutschen Top-Thriller-Autoren auf. Andreas Eschbach lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in der Bretagne.
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Interview
Herr Eschbach, wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Ich denke, durch das Lesen: Von frühester Kindheit an haben mich Bücher fasziniert, haben mich faszinierende Geschichten in sich aufgesogen... Und da ich bei Dingen, die mir gefallen haben, damals immer gern ausprobiert habe, ob ich sie selber auch machen kann, war es wohl unvermeidlich, dass ich irgendwann angefangen habe, selber Geschichten zu schreiben.
Ihre letzte große Jugendbuchreihe bei Arena hieß »Das Mars-Projekt«. Worin unterscheidet sich »Black*Out« davon? Ist »Black*Out« auch als Reihe angelegt?
Ja, »Black*Out« ist der erste Band einer Reihe, von der ich im Moment noch nicht sagen kann, wieviel Bände sie am Ende umfassen wird – Stoff bietet sie jedenfalls reichlich, gut möglich also, dass die fünf Bände des »Marsprojekts« überboten werden.
Hauptunterschied ist natürlich, dass die neue Reihe auf der Erde spielt, nicht auf dem Mars – und in naher Zukunft, nicht gegen Ende des Jahrhunderts wie die Geschichte um Elinn, Carl, Ariana, Ronny und die Außerirdischen.
Worum geht es in »Black*Out«?
Es ist die Geschichte eines jugendlichen Hackers, der auf der Flucht ist vor der geheimnisvollen »Kohärenz«, einer Gefahr, die ohne Weiteres das Ende der Menschheit, wie wir sie kennen, bedeuten könnte. Das Fatale: Er hat mit dazu beigetragen, dass diese Gefahr entstehen konnte – und er ist der Einzige, der wenigstens den Hauch einer Chance hat, ihr Einhalt zu gebieten.
Wie sind Sie auf die Idee zu der Geschichte gekommen?
Schwer zu sagen. Diese Idee hat sich über viele Jahre hinweg entwickelt, hat mal diese, mal jene Gestalt angenommen, und das, was heute entstanden ist, hat mit den ursprünglichen Ideen fast nichts mehr zu tun. Vieles, was ich über Neurologie und Informatik gelesen habe, hat eine Rolle gespielt... Ja, und dann gibt es das Phänomen, dass eine Geschichte so richtig eigentlich erst entsteht, während man sie schreibt. Das war hier so.
Wer darf Ihre Geschichten als erstes lesen? Ihre Lektoren, ihre Familie, Freunde?
Meine Frau. Sie ist auch meine schärfste Kritikerin, lässt mir keine Halbheiten durchgehen. Deswegen höre ich von meinen Lektoren im Verlag oft, dass man das Manuskript, das ich eingereicht hätte, ja fast so schon drucken könne.
Wie gehen Sie mit negativer Kritik um?
Das kommt darauf an. Manchmal ist negative Kritik ja leider berechtigt, und dann grummle ich und ärgere mich, lerne aber trotzdem etwas daraus und finde es dann letztlich in Ordnung. Aber natürlich gibt es auch negative Kritik, die einfach nur verletzen will: Die ist dann nicht in Ordnung, sondern fällt eher in die Rubrik »schlechtes Benehmen«.
Sie haben ja auch schon Seminare zum Thema »Kreatives Schreiben« gegeben. Was würden Sie jungen Menschen, die gern schreiben möchten, als wichtigsten Rat mit auf den Weg geben?
Vor allem erst einmal die Freude am Schreiben selbst entdecken und nicht von der ersten Zeile an ans Veröffentlichen und ans Reich-und-Berühmt-Werden denken: Reich und berühmt wird man als Schriftsteller ohnehin nur in sehr begrenztem Maße, wer es darauf abgesehen hat, sollte lieber zum Fernsehen gehen.
Sie sind Bestsellerautor. Hat Sie der Erfolg verändert?
Schwer zu sagen. Er hat natürlich meine Lebensumstände verändert, und man selber ändert sich ja ohnehin mit der Zeit – man hofft immer, zum Besseren –, aber inwieweit dabei Erfolg eine Rolle spielt, ist schwer zu sagen. Ganz sicher spielt er eine, klar. Ich bin zufriedener, entspannter, weil ich nun tatsächlich das mache, was ich immer machen wollte.
Ansonsten müssen Sie dazu vielleicht andere Leute befragen...
Vor einigen Jahren sind Sie aus Stuttgart weggezogen, um in der Bretagne zu leben. Verraten Sie uns, warum Sie sich dazu entschlossen haben?
Jedenfalls nicht, um Steuern zu sparen, wie viele vermuten – dazu darf man nicht nach Frankreich ziehen... Der Grund war natürlich, weil es uns in der Bretagne gefällt. Das geht ja den meisten so, die diese Gegend aus Urlauben kennen, dass sie hier am liebsten auch leben würden. Nun, und da man als Schriftsteller leben kann, wo man will, Hauptsache, man hat ein Postamt in der Nähe und eine Telefonleitung ins Haus, haben wir diesen Traum eben realisiert!