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Andreas Eschbach wurde 1959 geboren und schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. Nach dem Abitur studierte er in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler, bevor er sich ausschließlich dem Schreiben widmete. Bekannt wurde er durch den Thriller „Das Jesus Video“, der monatelang auf den Bestsellerlisten stand und erfolgreich verfilmt wurde. Im Sommer 1994 erhielt Andreas Eschbach ein Stipendium der Arno-Schmidt-Stiftung „für schriftstellerisch hochbegabten Nachwuchs“. Im Frühjahr 1995 erschien der erste Erwachsenen-Roman, der auf Anhieb den Literaturpreis des Science Fiction Clubs Deutschland gewann. Alle weiteren Romane wurden ebenfalls mit mindestens einem Preis ausgezeichnet! Seit Mitte 1996 ist Andreas Eschbach als freier Schriftsteller tätig und lebt heute in der Bretagne.

www.andreaseschbach.com

Andreas Eschbach über “Aquamarin”

Inzwischen sind es mehr als zehn Jahre, dass ich an der Atlantikküste lebe und vom Fenster meines Arbeitszimmers aus auf den Ozean blicken kann – es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis der Ozean auch in mein Arbeitszimmer blicken würde.

Tatsächlich war da schon seit längerem eine Idee, die mich umschwirrte, ein Gesicht, das mich aus den blauen, schaumgekrönten Wellen heraus zu beobachten schien. Doch als Autor lernt man, dass man geduldig warten muss, bis eine Sache reif ist, und dass man besser nicht versucht, die Dinge zu beschleunigen. Und dass manche Ideen auch wieder verblassen, verschwinden, sich verflüchtigen.

Doch diese Idee blieb. Bis es letztes Jahr soweit war. Das Gesicht bekam plötzlich einen Namen. Saha! Ab da sprudelten die Ideen nur so. Eine ganze Welt folgte – eine uns heute fremdartig erscheinende Welt, hundertfünfzig Jahre in der Zukunft liegend, den Figuren des Romans aber natürlich so vertraut wie uns die heutige. Es war eine ganz eigenen Herausforderung, diese Zukunft nicht zu fremdartig wirken zu lassen, sie sich nicht in den Vordergrund drängen zu lassen, denn der sollte Saha gehören, dem Meermädchen, dem man von Kindesbeinen an beigebracht hat, das Wasser zu meiden. Bis sie eines Tages eine schier unglaubliche Entdeckung macht …

Manche Dinge, so meine Überzeugung, werden auch in hundertfünfzig Jahren noch so sein, wie sie immer waren und sein werden, solange es Menschen gibt: Immer wird es nötig sein, Grenzen zu übertreten, um herauszufinden, wer man wirklich ist, immer werden Freundschaften zu den wichtigsten und wertvollsten Dingen des Lebens gehören, und immer wird die Frage wichtig sein, wohin man gehört. All das lernt Saha, als sie in “Aquamarin” aufbricht zur eigentlichen Reise ihres Lebens …”